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Social Media beeinflusst politische Meinungsbildung

25 Okt


Soziale Medien haben nicht nur die Art und Weise verändert, wie kommuniziert wird, sondern auch einen politischen Wandel ausgelöst. Das sagt der renommierte Medientheoretiker Clay Shirky von der New York University, der im Rahmen des World Congress of Information Technologie in Motreal den Einfluss von neuen Medien auf die Gesellschaft analysiert hat.

Clay Shirky ist der Auffassung, dass Protestbewegungen im Netz Wirkung zeigen: „Die Menschen haben jetzt eine öffentliche Stimme. Jeder kann mit jedem kommunizieren. Diese verbundene Welt ist viel grösser und dichter als je zuvor“, sagt Shirky. Der Universitätsprofessor ist davon überzeugt, dass soziale Medien die Welt mit einem neuen Werkzeug ausgestattet haben, mit dem eine „gewaltige und beispiellose“ politische Macht verbunden ist.                                                                                                          

Der Fall der CSU in Bayern

Der aktuelle Fall der CSU, in dem scheinbar ein Sprecher der Partei auf die politische Berichterstattung des ZDF Einfluss nehmen wollte zeigt, wie schnell sich Nachrichten über die sozialen Netzwerke verbreiten. Vor 10 Jahren hätte das Thema wohl kaum große Beachtung gefunden, was auch die gestrige, zunächst magere Berichterstattung der Medienhäuser bewiesen hat.

Das Thema ins Rollen brachte die Süddeutsche Zeitung gestern um 05.05 Uhr mit ihrem Artikel: „Anruf beim ZDF – CSU wollte Bericht über SPD-Parteitag verhindern“ .

Der Artikel löste tausende Verlautbarungen via Twitter und Facebook aus und wurde noch am Vormittag von Spiegel Online übernommen. Auch die Tagesschau übernahm das Thema gegen nachmittag auf ihre Online-Plattform.

Trotzallem: Zahlreiche überregionale Fernsehsender, Radiostationen und Onlineportale berichteten nicht über die angebliche CSU – ZDF Affäre. Der Informationsdruck, der in und durch die sozialen Medien entsteht, zwingt Medienhäuser jedoch immer stärker zu einer Berichterstattung. 

Zunehmend reichweitenstarke Nutzer, die sogenannten Socia Media Influencer (Beeinflusser), erreichen mit ihren Twitter und Facebook Kanälen in kürzester Zeit tausende Menschen. Auch Social Media Informationsplattformen wie z.B. Bayern wählt und regionale Projekte wie Mein Herzogenaurach – Alles rund um deine Stadt gewinnen immer mehr an Reichweite.

Erst am Anfang

Medientheoretiker Shirky ist der festen Überzeugung, dass wir erst am Anfang einer neuen Zeitrechnung stehen, die von sozialen Medien geprägt sein wird. Medien wir Fernsehen, Radio und Zeitungen stehen durch Social Media vor einem Wandel, die die Informationsaufnahme und Meinungsbildung sehr stark verändert.

Auch die politische Meinungsbildung verändert sich durch Social Media sehr stark – mit diesem Fakt tun sich viele Parteien aktuell noch schwer, da man bis dato Social Media Kanäle bestenfalls zur Verteilung von Pressemitteilungen und Veranstaltungsankündigugen verwendet.

Den Dialog mit dem potentiellen Wähler zu aktivieren ist die Herausforderung der Zukunft für alle politischen Parteien.

Gute Social Media Strategien werden meiner Meinung schon 2013 Wahlen mit entscheiden.

 

Etablierte Parteien verstehen Social Media nicht

10 Mai

Obwohl verschiedene Studien den etablierten Parteien schon in der Vergangenheit bescheinigten, das Internet nicht richtig für die Kommunikation im Wahlkampf zu nutzen, und die Probleme aufzeigten, scheint es bis heute kaum einen Lerneffekt zu geben.

Insbesondere soziale Netzwerke werden häufig falsch genutzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts für angewandte Publizistik (IfaP) an der Fachhochschule (FH) Kiel. Grundlage der Erhebung sind Daten zur Onlinenutzung politischer Parteien während des Landtagswahlkampfes in Schleswig-Holstein.

„Dass die Piraten im neuen Landtag so stark vertreten sind, ist auch auf schlechte Onlinestrategien der etablierten Parteien zurückzuführen“, sagte Christian Hauck, Leiter des Instituts. So seien zwar alle Parteien bei Facebook und Twitter präsent, eine echte Kommunikation mit den Userinnen und Usern fände allerdings nur in Einzelfällen statt. Vieles wirke improvisiert und aufgesetzt.

„Wir waren überrascht, dass Social Media in vielen Fällen lediglich zur Informationsübermittlung genutzt werden – wie früher Faxgeräte für Pressemeldungen“, so Tobias Hochscherf, Koordinator der Studie. Die Auswertung habe ergeben, dass sich große Unterschiede in der Nutzungsintensität der Sozialen Netzwerke feststellen ließen. In den Reihen der etablierten Parteien gebe es nur einzelne Politikerinnen und Politiker, die soziale Netzwerke effektiv nutzten.

Einzig die Piratenpartei kommuniziere mit ihren Anhängern auf Augenhöhe. Diskussionen und Persönliches gehörten hier zum guten Ton. „Während sich die Piraten interaktiv austauschen, bleibt es bei den traditionellen Parteien meist bei simpler Selbstdarstellung im Sinne der Publicity“, erläuterte Hochscherf. Das sei für Internetnutzende nicht zeitgemäß.

Für die Studie hatte das Team des IfaP über vier Wochen die Onlineaktivitäten der Parteien CDU, SPD, Grüne, Piraten, FDP, SSW und Die Linke täglich beobachtet und ausgewertet. Eine umfassende wissenschaftliche Analyse der Ergebnisse wird das Institut für angewandte Publizistik in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Quelle: Institut für angewandte Publizistik (IfaP) an der Fachhochschule (FH) Kiel