Tag Archives: Social Media Kommunikation

Social Media beeinflusst politische Meinungsbildung

25 Okt


Soziale Medien haben nicht nur die Art und Weise verändert, wie kommuniziert wird, sondern auch einen politischen Wandel ausgelöst. Das sagt der renommierte Medientheoretiker Clay Shirky von der New York University, der im Rahmen des World Congress of Information Technologie in Motreal den Einfluss von neuen Medien auf die Gesellschaft analysiert hat.

Clay Shirky ist der Auffassung, dass Protestbewegungen im Netz Wirkung zeigen: „Die Menschen haben jetzt eine öffentliche Stimme. Jeder kann mit jedem kommunizieren. Diese verbundene Welt ist viel grösser und dichter als je zuvor“, sagt Shirky. Der Universitätsprofessor ist davon überzeugt, dass soziale Medien die Welt mit einem neuen Werkzeug ausgestattet haben, mit dem eine „gewaltige und beispiellose“ politische Macht verbunden ist.                                                                                                          

Der Fall der CSU in Bayern

Der aktuelle Fall der CSU, in dem scheinbar ein Sprecher der Partei auf die politische Berichterstattung des ZDF Einfluss nehmen wollte zeigt, wie schnell sich Nachrichten über die sozialen Netzwerke verbreiten. Vor 10 Jahren hätte das Thema wohl kaum große Beachtung gefunden, was auch die gestrige, zunächst magere Berichterstattung der Medienhäuser bewiesen hat.

Das Thema ins Rollen brachte die Süddeutsche Zeitung gestern um 05.05 Uhr mit ihrem Artikel: „Anruf beim ZDF – CSU wollte Bericht über SPD-Parteitag verhindern“ .

Der Artikel löste tausende Verlautbarungen via Twitter und Facebook aus und wurde noch am Vormittag von Spiegel Online übernommen. Auch die Tagesschau übernahm das Thema gegen nachmittag auf ihre Online-Plattform.

Trotzallem: Zahlreiche überregionale Fernsehsender, Radiostationen und Onlineportale berichteten nicht über die angebliche CSU – ZDF Affäre. Der Informationsdruck, der in und durch die sozialen Medien entsteht, zwingt Medienhäuser jedoch immer stärker zu einer Berichterstattung. 

Zunehmend reichweitenstarke Nutzer, die sogenannten Socia Media Influencer (Beeinflusser), erreichen mit ihren Twitter und Facebook Kanälen in kürzester Zeit tausende Menschen. Auch Social Media Informationsplattformen wie z.B. Bayern wählt und regionale Projekte wie Mein Herzogenaurach – Alles rund um deine Stadt gewinnen immer mehr an Reichweite.

Erst am Anfang

Medientheoretiker Shirky ist der festen Überzeugung, dass wir erst am Anfang einer neuen Zeitrechnung stehen, die von sozialen Medien geprägt sein wird. Medien wir Fernsehen, Radio und Zeitungen stehen durch Social Media vor einem Wandel, die die Informationsaufnahme und Meinungsbildung sehr stark verändert.

Auch die politische Meinungsbildung verändert sich durch Social Media sehr stark – mit diesem Fakt tun sich viele Parteien aktuell noch schwer, da man bis dato Social Media Kanäle bestenfalls zur Verteilung von Pressemitteilungen und Veranstaltungsankündigugen verwendet.

Den Dialog mit dem potentiellen Wähler zu aktivieren ist die Herausforderung der Zukunft für alle politischen Parteien.

Gute Social Media Strategien werden meiner Meinung schon 2013 Wahlen mit entscheiden.

 

Mittelstand setzt auf Soziale Medien

10 Jul
  • Fast die Hälfte aller KMU in Deutschland nutzt Social Media bereits
  • Aktivitäten müssen aber intern professionalisiert werden
  • Soziale Netzwerke und Blogs sind die beliebtesten Anwendungen
Mit 47 Prozent setzt fast die Hälfte aller kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit bis zu 500 Mitarbeitern in Deutschland soziale Medien im Internet ein. Damit liegt die Nutzung sozialer Medien von KMU nahezu auf dem gleichen Niveau von großen Unternehmen (46 Prozent) mit mehr als 500 Mitarbeitern. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM. Grundlage der Angaben ist eine Sonderauswertung der BITKOM-Studie „Social Media in deutschen Unternehmen“, bei der 723 repräsentativ ausgewählte Unternehmen aller Branchen befragt wurden. „Die Einstiegshürden für den Social-Media-Einsatz sind niedrig“, sagte BITKOM-Vizepräsident Heinz-Paul Bonn. „Jedes Unternehmen kann zu geringen Kosten im Social Web präsent sein.“ Dennoch besteht aus Sicht des BITKOM im Mittelstand noch erheblicher Nachholbedarf.


„Kleinere Unternehmen sind organisatorisch oft unzureichend aufgestellt und schöpfen die Möglichkeiten von Social Media nicht konsequent aus“, sagte Bonn. So haben kleinere und mittlere Unternehmen seltener spezialisierte Mitarbeiter für diesen Bereich, verfügen kaum über interne Richtlinien für den Gebrauch und betreiben nur selten ein Monitoring.Unter sozialen Medien werden Internetanwendungen verstanden, die es den Nutzern ermöglichen, sich zu vernetzen, zu kommunizieren und eigene Inhalte im Web zu verbreiten. Dazu zählen unter anderem Blogs, soziale Netzwerke wie Facebook, Xing oder Google+, Kurznachrichtendienste wie Twitter sowie Content-Plattformen zum Austausch von Videos oder Fotos wie Youtube oder Flickr.

 Neben Personen können in sozialen Medien auch Unternehmen oder andere Organisationen mit eigenen Profilen präsent sein. Am weitesten verbreitet ist eine Präsenz in sozialen Online-Netzwerken, in denen 86 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen vertreten sind im Vergleich zu 80 Prozent der Großen. Blogs werden von 28 Prozent der KMU und 27 Prozent der Großunternehmen genutzt. Dagegen nutzen 81 Prozent der großen Unternehmen Videoplattformen wie Youtube, aber nur 28 Prozent der KMU. „Ein Grund dafür ist, dass die Produktion von Videos zeit- und kostenintensiv ist“, sagte Bonn. Der Kurznachrichtendienst Twitter wird von der Hälfte der großen, aber nur von einem Viertel der KMU eingesetzt. Große Unterschiede zwischen größeren und kleineren Unternehmen zeigen sich bei der Organisation des Social-Media-Einsatzes. So haben 86 Prozent der Großunternehmen eigene Mitarbeiter, die für die Steuerung der Social-Media-Aktivitäten verantwortlich sind, aber erst 41 Prozent der Mittelständler. 63 Prozent der Großen verfügt über so genannte Social Media Guidelines, die Mitarbeitern Richtlinien für die berufliche Nutzung sozialer Medien geben, während es bei den Kleinen 19 Prozent sind.

Ein Social Media Monitoring betreiben 48 Prozent der großen, aber nur 10 Prozent der mittelständischen Unternehmen. Mit einem Monitoring können die Anwender beobachten, was im Internet über ihre Produkte oder Marken gesagt wird. Bonn: „Der Mittelstand muss die Organisation seiner Social-Media-Aktivitäten dringend professionalisieren, wenn er das Feld nicht den Großen überlassen will.“

Laut Umfrage sagen 28 Prozent der KMU, der personelle Aufwand für den Einsatz von sozialen Medien sei zu hoch, aber nur 15 Prozent der Großunternehmen. Für 14 Prozent der Mittelständler ist der finanzielle Aufwand generell zu groß im Vergleich zu 8 Prozent der Großen. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung sozialer Medien auch im Mittelstand nur selten am Geld scheitert“, sagte Bonn. „Der Social-Media-Einsatz bringt den Unternehmen messbare Vorteile: eine schnellere, effizientere Kommunikation, die Erreichung neuer Zielgruppen, zum Beispiel zur Gewinnung neuer Mitarbeiter, oder eine Steigerung der Bekanntheit.“ Kleine und mittelständische Unternehmen sollten daher den Einsatz sozialer Medien vorantreiben.

 

 Die BITKOM-Studie „Social Media in deutschen Unternehmen“ steht im Internet zum Download bereit unter: http://www.bitkom.org/de/presse/8477_72123.aspx

 

Quelle: Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) Social Media Einsatz im Mittelstand

Wie eine Facebook Seite die Kommunikation einer Stadt verändert

23 Mai

Herzogenaurach – eine Stadt mit 23.974 Einwohnern in Mittelfranken mit 3 ortsansässigen und weltweit bekannten Unternehmen: adidas AG, PUMA SE, Schaeffler AG.

Alle Gründer der genannten Firmen stammen aus Herzogenaurach – ein Städtchen voller Traditionen und Ideen.

In Herzogenaurach leben rund 24.000 Menschen verschiedenster Nationalitäten, die sich durch Ansiedlung von Flüchtlingen und Amerikanern nach dem zweiten Weltkrieg, in der Zeit des Aufschwungs mit dem Zuzug von Italienern, Griechen, Spaniern, Türken und gegenwärtig mit dem Zuzug von Menschen aus aller Welt begründen.

Der aus Herzogenaurach stammende Bernd Gillich hatte nach einem Gespräch mit dem amtierenden Bürgermeister Dr. German Hacker die Idee, dass man mit einer sozialen Gemeinschaft über das Internet alle Menschen in Herzogenaurach verbinden könnte.

Die Idee führte sehr schnelll zu einem Konzept und man rief die Facebook Seite: Herzogenaurach – Alles rund um deine Stadt ins Leben.

Nach nur 3 Monaten erfreute sich die Gemeinschaftsseite großer Beliebtheit und über 400 Menschen zeigten an, dass sie Fan der Seite sind. Die Facebook Seite wird 7 Tage die Woche mit folgenden redaktionellen Themen betreut:

• News aus Herzogenaurach

• News von Firmen aus Herzogenaurach

• Menschen aus Herzogenaurach

• Herzogenaurach im Wandel der Zeit

• Kultur

• Politik und Gesellschaft

• Veranstaltungen

• Umfragen zu aktuellen Themen

• uvm.

Mit der regionalen Facebook Seite Herzogenaurach – Alles rund um deine Stadt sind wir seit November 2011 am Start und können bis heute über 1 Million Beitragsaufrufe verzeichnen.

Pro Monat verzeichnet die Seite aktuell 200.000 Beitragsaufrufe von Nutzern, die in Herzogenaurach bzw. in der Umgebung von Herzogenaurach wohnen.

Über die Facebook Seite Herzogenaurach – Alles rund um deine Stadt informieren sich pro Woche über 6.000 Personen. 680 davon zeigen via Facebook, dass sie Fan der Seite sind. Damit erreichen wir rund 21% der Herzogenauracher Bevölkerung (Einwohner: 23.974 – Stand: 31.10.2010)

In nur 3 Monaten wurde die Facebook Gemeinschaft neben den regionalen Zeitungen zur drittwichtigsten Informationsquelle.

Das Ziel, Bewohner, ehemalige Bürger in aller Welt und alle Nationen von Herzogenaurach in einer Kommunikationsplattform zu verbinden ist erfolgreich – nun möchte Bernd Gillich die Facebook Seite zur Marketingplattform für Unternehmen in Herzogenaurach ausbauen.

Auch Sie wollen für Ihre Stadt / Ihre Region ein eigenes Social Media Projekt ins Leben rufen? Wir beraten Sie gerne. http://www.socialmedia-muenchen.de

Autor: Bernd Gillich

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger in sozialen Netzwerken aktiv

3 Apr

Der Bundesverband Informationswirtschaft, kurz BITKOM hat eine repräsentative Erhebung zur Mediennutzung 2012 in Deutschland veröffentlicht. Ergebnis: Soziale Netzwerke und das mobile Internet sind die Gewinner.

55 % aller Deutschen sind auf Facebook, Twitter oder Google+ aktiv oder sind Mitglied in einem anderen sozialen Netzwerk. Enorm ist der Wert bei den 14- bis 29-Jährigen. Hier sind es 91 % die in sozialen Netzwerken aktiv sind. Vergleicht man diese Zahl mit der Internetnutzung,  gibt es lediglich eine Differenz von 9 %. Sprich wer zwischen 14 und 29 ist, ist auch fast immer in einem sozialen Netzwerk unterwegs.

Die Entwicklung des mobilen Internets ist ähnlich erfolgreich. Insgesamt 37 % der Deutschen sind mit ihrem Smartphone Online. Facebook und Co. nehmen hierauf großen Einfluss und gehören mit zu den Hauptgründen für die wachsende Verbreitung des mobilen Internets.

Wie bei den sozialen Netzwerken hat auch hier die jüngere Zielgruppe die Nase vorne. 55 % der 14- bis 29-Jährigen surfen mit ihrem Smartphone oder Tablet im Internet.

Interessant sind auch die Ergebnisse für Fernsehen, Radio, Tageszeitungen und Zeitschriften. Nahezu jeder Deutsche nutzt diese Medien nach wie vor, es bestätigt sich aber wieder die Entwicklung, dass je jünger die Nutzer sind, dass Internet die beliebteste Informationsquelle darstellt.

In ein paar Jahren wird die Abweichung noch deutlicher ausfallen und das Internet wird ähnliche Werte erreichen, wie es beim Fernsehen heute der Fall ist.

Social Media kostet Zeit

21 Dez

Interessante Zusammenstellung: Betreibst du schon Social Media in vollem Umfang!? 

Geschützt: Wie eine Facebook Seite die Kommunikation einer Stadt verändert

1 Dez

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UPDATE: Krisenmanagement im Social Web: Reagieren ja – aber wann?

21 Nov

Die adidas AG hat nach sage und schreibe 30 Std. auf die weltweiten Kommentare auf den Facebook Seiten des Unternehmens reagiert. 

Auch als ehemaliger Mitarbeiter der Firma adidas muss ich schreiben, mit solch einem Social Media Krisenmanagement gehört man nicht zur „Champions League“ der Unternehmen im Social Web.

Facebook Unternehmensseite adidas
Facebook adidas Originals  

Weltweit bewegt die Menschen der brutale Mord von Hunden und Katzen in der Ukraine


https://www.facebook.com/Stop.Killing.Dogs.EURO2012
 

Krisenmanagement im Social Web: Reagieren ja – aber wann?

21 Nov

Seit gestern Abend werden die Sponsoren der Fussball EM 2012 in der Ukraine via Facebook von Massenprotesten gegen die Tiertötungen von Hunden im Ausrichterland überzogen.

Wie verhalten sich Canon, MC Donald, Continental und die adidas AG bei solch einer Social Web Krise („Shitstorm“) oder besser: Wie sollten sich Unternehmen verhalten?

Seit gestern Abend reagiert Continental für mich als einziger Sponsor richtig auf die Beschwerden der Facebook Nutzer – andere genannten Unternehmen habe bis heute 09.30 überhaupt nicht reagiert bzw. löschen und sperren die Pinnwand. Die adidas AG reagiert seit Sonntagabend nicht auf die Pinnwandeinträge auf ihrer Facebook Unternehmensseite. 

Aber wann ist es ratsam auf einen „Shitstorm“ zu reagieren?  Kann die Zeitpunkt-Frage genauer definiert werden?

Nachfolgende Grafik stellt gut dar, wie ein Krisenmanagement im Social Web ablaufen sollte:

In einer Studie werden vier unterschiedliche Reaktionstypen und deren Nutzen benannt:

Soft real-time: Nach Ablauf der Deadline kann man reagieren, muss aber nicht. Doch der Nutzen nimmt stetig ab, je länger gewartet wird. Keine Reaktion richtet aber auch keinen Schaden an.

Firm real-time: Der Nutzen tendiert gegen Null, wenn bis zur Deadline nicht reagiert wird. Keine Reaktion richtet aber auch keinen Schaden an.

Hard essential: Wird bis zur Deadline nicht reagiert, geht der Nutzen ins Negative. Es entsteht ein konstanter Schaden.

Hard critical: Wird bis zur Deadline nicht reagiert, geht der Nutzen ins unendliche Negative. Das bedeutet: Katastrophe.

Quelle: Dr. Opher Etzion


UEFA EM 2012 Sponsoren werden aktuell via Facebook von Massenprotesten überzogen

20 Nov

UEFA EM 2012 Sponsoren werden aktuell via Facebook von Massenprotesten überzogen. adidas, MC Donald´s, Continental und Canon uvm. –  kaum Social Media Krisenmanagement bei den Sponsoren gegeben. Beispiel adidas: https://www.facebook.com/adidas?sk=wall&filter=1

Nähere Infos über den Protest 2.0- wie Social Media Massen bewegt (via Sonja Greye)

http://sonjagreye.wordpress.com/2011/11/20/protest-2-0-wie-social-media-massen-bewegt/

Social Media Marketing – Typische Fehler von kleinen und mittelständischen Unternehmen im Social Web

13 Nov

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bewegen sich im Social Web. Jedoch unterlaufen vielen bei der Social Media-Nutzung immer wieder grobe Fehler, die der Online-Reputation von Firmen schaden können.

Soziale Medien geben Kunden ein Stimme. Social Media können daher je nach Relevanz und Botschaft für ein Unternehmen gleichmaßen Segen oder Fluch sein kann.

Das Social Web hat für das Online-Marketing inzwischen eine überaus große Bedeutung erlangt. Socia-Media-Tools wie die Facebook-Fanpage oder der Twitter-Account sind kostenlos verfügbar und einfach zu bedienen. Zudem ist die Reichweite der Social-Media-Dienste enorm, sodass im Idealfall eine große Zahl potenzieller Kunden und Geschäftspartner angesprochen wird. Doch auch wenn die Nutzung einfach scheint und die Vorteile groß sind – soziale Netzwerke bergen eine Menge Tücken. Diese tauchen jedoch weniger auf technischer als viel mehr auf redaktioneller Ebene auf. Häufig sind Mitarbeiter für die Pflege der Social-Web-Präsenzen zuständig, deren Hauptaufgaben in völlig anderen Unternehmensbereichen liegen. Social-Media-Networking wird oftmals „nebenbei“ durchgeführt – und so schleichen sich Fehler ein, die anschließend in der gesamten Kampagne wiederkehren.

 Häufige Fehler in Sachen Social Media Marketing 

1. Unternehmen wagen den Schritt ins Social Web ohne Ziel und inhaltliche Absprache

Social Media ist ein Trend, den keiner verpassen möchte. Allerdings machen sich die Verantwortlichen im Vorfeld häufig nur unzureichend Gedanken darüber, was und vor allem wie sie eigentlich mit den Usern kommunizieren wollen. Das Ergebnis sind Meldungen ohne Informationswert bis hin zu Inhalten, die dem Image des Unternehmens entgegenstehen. Das verwirrt die Nutzer. Auch ist der Stil der Statusmeldungen oft uneinheitlich, gerade wenn mehrere Beteiligte für den Social-Media-Auftritt verantwortlich sind. Hier gilt es, im Voraus einen einheitlichen Stil zu definieren. Generell sollten sich die Verantwortlichen folgende Fragen stellen: Wie will sich das Unternehmen den Kunden präsentieren? Welches Ziel soll im Social Web erreicht werden?

2. Die Kommentare der User werden ignoriert

Viele Unternehmen lassen eine lebendige Kommunikation mit den Usern über die Social Media Instrumente gar nicht erst zu. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Entweder ist es für sie ein zu hoher Zeit- und Energieaufwand oder sie wissen schlichtweg nicht, wie sie mit den Usern umgehen sollen. Besonders schwer wiegt diese „Sprachlosigkeit“ bei Beschwerden und negativer Kritik. Wer hier stumm bleibt, zieht schnell den Unmut der User – und damit der (potenziellen) Kunden – auf sich. Schlimmer noch sind negative Reaktionen auf die Kommentare der Nutzer. Hier gilt es, stets einen kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn die Bemerkungen noch so provokant sind.

3. Grammatikalische und orthografische Flüchtigkeitsfehler werden mitgepostet

Solche Fauxpas dürfen nicht passieren! Statusmeldungen und Tweets sind nur sehr kurz, deshalb fallen Rechtschreibfehler besonders ins Gewicht. Außerdem wirkt es schlampig und wenig vertrauensvoll, wenn die Unternehmensvertreter im Social Web schon bei wenigen Worten scheinbar keine einwandfreie Formulierung finden. Wie erfüllen sie dann erst Kundenaufträge? Solche Gedanken können beim User auftreten – und das ist sicher nicht wünschenswert für ein Unternehmen.

4. Die Macht der User wird unterschätzt

Das Social Web wird von den Usern regiert. Diese Tatsache scheinen viele Unternehmen zu vergessen. Es sind die Fans und Follower, die einen Firmen-Account groß machen und so über den Status eines Unternehmens im Social Web entscheiden. Sie sind es auch, die durch den berühmten „Buschfunk“ die Reputation eines Unternehmens sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist im Internet noch ein weitaus größerer Multiplikator als im „Reallife“ – nicht zuletzt deshalb sollte der Auftritt im Social Web sorgfältig geplant und durchgeführt werden.

5. Der ROI wird bei Social Media Maßnahmen nicht gemessen

Ebenso wie Unternehmen die User unterschätzen, so unterschätzen sie auch den Nutzen von Social Media für das eigene Marketing und den ROI (Return of Investment). Dieser Wert gibt den Erfolg einer Social-Media-Kampagne wieder, wobei es verschiedene Kriterien gibt, die bei der Ermittlung hilfreich sind. Eine konkrete Verfahrensweise gibt es noch nicht, weshalb die Erhebung nicht einfach ist. Dennoch wächst die Bedeutung des ROI im Social Web für Unternehmen zunehmend, denn nur mit dessen Kenntnis lassen sich Prozesse optimieren.

Klar ist: Fehler im Umgang mit dem Social Web können auf allen Ebenen auftreten. Einige feine Tricks und Kniffe helfen jedoch dabei, diese zu vermeiden.

Tipps für einen gelungenen Auftritt im Social Web

1. Mehrwert schaffen

Vor dem Posten von Neuigkeiten sollte immer überlegt werden, ob diese für die User tatsächlich von Interesse sind oder ob diese nicht sogar verwirrend wirken können. Wenn beispielsweise ein großes Finanzunternehmen einen Tweet absetzt, der sich mit dem Mittagsangebot in der Kantine befasst, dann ist das nicht unbedingt zielorientiert – es sei denn, es geht thematisch um die Preisentwicklung in Deutschlands Kantinen allgemein. Was im Einzelnen der Zuhörerschaft mitgeteilt wird, hängt immer auch von der gewünschten Außendarstellung eines Unternehmens ab. Deshalb gilt: Erst denken, dann posten!

2. Den Dialog zu den Usern suchen

Auch im Social Web gibt es bestimmte Umgangsformen, die eingehalten werden müssen. Das gilt besonders auf der B2B- und B2C-Ebene. Deshalb empfiehlt es sich, auf die Kommentare der User angemessen zu reagieren und den Dialog mit den Fans zu suchen. Das stärkt die Kundenbeziehung und das Vertrauen, denn die Erreichbarkeit minimiert die Distanz zwischen Unternehmen und Kunden.

3. Einen Social Media Leitfaden verwenden

Wenn es im Unternehmen keine eigene Abteilung für das Social-Media-Management gibt, dann ist eine Guideline ein nützliches Mittel, um die Spielregeln für die unternehmerische Darstellung im Social Web festzulegen. Dabei kann entweder ein eigenes Reglement etabliert werden oder man bedient sich eines vorgefertigten Leitfadens. Ein Leitfaden regelt den Stil, den thematischen Rahmen und gegebenenfalls auch das Beschwerdemanagement. So werden zum Beispiel beim Reagieren auf negative Kundenstimmen bösen Überraschungen vermieden. Ein Social-Media-Leitfaden sollte von den Mitarbeitern nicht als Bevormundung betrachtet werden, sondern viel mehr als ein hilfreiches Handbuch.

Die soziale Seite des Social Web berücksichtigen

Schon diese drei Hinweise können den gesamten Auftritt eines Unternehmens im Social Web grundlegend verändern. Wer einmal verstanden hat, dass der Kernpunkt des Social Web das Miteinander ist – wie der Name eigentlich schon vermuten lässt – der hat bereits einen großen Schritt hin zu einer erfolgreichen Social-Media-Strategie getan. Kommunikation ist das Schlüsselwort: Unternehmen, die sich bewusst mit ihren Kunden auseinandersetzen, profitieren vom Social Web als Vermittler zwischen Konsument und Hersteller, als Marktforschungsinstrument und als Werbemittel. Die Möglichkeiten sind vielfältig und es lohnt sich, das Social Web als vollwertigen Teil des Marketings zu betrachten. Wer ein wenig Zeit und Arbeitskraft in die Erschließung des Social Web steckt, der bekommt auch etwas zurück.

Quelle: Perspektive Mittelstand

Autor: Thomas Wusatiuk