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Erfolg durch Monetarisierung von Social Media

5 Sep

Ich freue mich diese Woche einen Gastbeitrag von Frau Prof. Dr. Heike Simmet zum Thema „Erfolg durch Monetarisierung von Social Media“ zu präsentieren. Frau Heike Simmet ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Bremerhaven, Referentin, Dozentin und Beraterin im Bereich Logistik-Marketing und Social Media für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).

Ich danke Frau Prof. Dr. Heike Simmet für ihren sehr informativen Gastbeitrag und wünschen viel Spass beim Lesen.

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Social Media befindet sich in Deutschland trotz deutlich zunehmender Nutzung vielfach noch in einer Art Experimentierphase. Immense Chancen einer Monetarisierung werden von vielen Unternehmen noch nicht wahrgenommen. Unternehmen hingegen, die einen gewissen Reifegrad in ihren  Social Media Aktivitäten erreicht haben, können durch ihr Engagement auf den sozialen Plattformen eine echte Steigerung ihres Geschäftswertes erzielen. Diese lässt sich vor allem durch eine Reduzierung der Kommunikationskosten, durch eine Steigerung des Umsatzes, durch eine Erhöhung der Effizienz des Kundenservices, durch eine Erfolgssteigerung im Personal-Recruiting und Personal-Marketing, durch eine Verbesserung in der Marktforschung sowie durch die Erschließung von Innovationspotenzialen realisieren.

1.    Reduzierung der Kommunikationskosten

Durch die konsequente Nutzung von Social Media als Dialoginstrument mit den Kunden und Marktpartnern wird nicht nur eine Steigerung des eigenen Bekanntheitsgrades erreicht, sondern es können auch in einem erheblichen Ausmaß Kosten in der Kommunikation reduziert  werden, da die Kommunikation maßgeblich von Kunden und Marktpartnern übernommen  wird. Gerade die Weiterempfehlung gilt heute als die effizienteste Form der Kommunikation. Angesichts der knapp bemessenen Kommunikationsbudgets und der ständig sinkenden Wirkungseffizienz klassischer Medien bedeutet die Nutzung viraler Effekte einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Hierzu ist es erforderlich, die sogenannten Influencer in den Dialog mit dem Unternehmen einzubinden. Diese können zu wertvollen Markenbotschaften des Unternehmens werden. Ein weiterer Vorteil von Social Media liegt darin, dass sich die Reichweite aufgrund des sogenannten Long-Tail-Effektes in Nischen ohne weiteren Kostenanfall  multiplizieren lässt.

2.    Steigerung des Umsatzes

Die treuesten Kunden eines Unternehmens sind nach den Grundprinzipien des Customer Value Managements (CVM) in der Regel die wertvollsten Kunden. Dieser Grundzusammenhang lässt sich auch auf den Social Media Bereich übertragen. So wird zum Beispiel von den aktivsten Fans und Community-Mitgliedern erfahrungsgemäß der höchste Umsatz generiert. Maßgeblich für diese Effekte ist die Interaktion zwischen den Usern – und nicht, wie in der klassischen Kommunikation – ein kostenintensiver Kommunikations- oder Verkaufsdruck durch das Unternehmen. Ein Social Customer Value Management (SCVM) bietet im wesentlichen eine technische Plattform mit einer hohen Usability für die Nutzer, leistet die erste Aufbauarbeit zur Entwicklung einer Community und gestaltet die Moderation. Die Hauptaktivität hingegen geht von den Nutzern aus, die sich gegenseitig Produkte bzw. Leistungen empfehlen und über Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen diskutieren.

3.    Erhöhung der Effizienz des Kundenservices

Bei Servicefragen schauen immer mehr Kunden heute zu allererst in das Internet. Zudem ist der Kunde deutlich anspruchsvoller geworden. Er erwartet einen 24/7/365 Service auf allen verfügbaren Kanälen. Viele Servicefragen klären sich bereits ohne aktive Einschaltung klassischer Service Center in den Social Media selbst, sei es durch erläuternde Videos auf YouTube oder Video-Communities, durch Kunden-helfen-Kunden-Foren oder durch Self Service Plattformen. Mit zunehmender Einbeziehung der Kunden kann also auf dem Gebiet des Kundenservices eine Qualitätsverbesserung bei gleichzeitiger Kostenreduzierung durch Verringerung der Anrufvolumina in den klassischen Service Centern erreicht werden. Auch der  Kundenservice wird empirischen Studien und Experten zufolge zunehmend sozial.

4. Erfolgssteigerung im Personal-Recruiting und Personal-Marketing

Unternehmen sind durch den sich in Zukunft drastisch verschärfenden War for Talents heute gezwungen, an ihrer Attraktivität arbeiten.  Potenzielle Bewerber sollen  aufmerksam werden, es gilt, sie von der Attraktivität des Arbeitsplatzes zu überzeugen und sie auch längerfristig an sich zu binden. Besonders wichtig ist dies für kleine und mittelständische Unternehmen, denn diese werden auf dem Arbeitsmarkt von den Bewerbern überregional in der Regel kaum wahrgenommen. Erforderlich ist eine Präsenz auf der sozialen Plattform, die von der jeweiligen Zielgruppe besucht wird. Dies kann ein Engagement auf Facebook oder YouTube, aber auch auf Xing oder LinkedIn bedeuten. Ziel muss es sein, eine attraktive Employer Brand für die High Potenzials in den Social Media aufzubauen und auf diesem Wege den Geschäftswert durch Erhöhung des Human Capitals zu steigern.

5.    Verbesserung der Marktforschung

Zukunftsweisende Ansätze der Nutzung von Social Media zeigen sich zudem in der Marktforschung. So wird beispielsweise die Einbeziehung der sogenannten Weisheit der Masse in Prognose-Modellen  erfolgreich getestet. Konsequent weiterentwickelt, trägt die Nutzung von Social Media in Verbindung mit Mobile Apps, der Integration von Location Based Services (LBS) sowie der Verlagerung klassischen IT-Leistungen in die Cloud maßgeblich dazu bei, durch eine digital-vernetze Marktforschung im Social Web völlig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die aktive Einbeziehung der Kunden und Marktpartner in ein sich nach außen öffnendes Informationsmanagement ist den klassischen Ansätzen einer primär intern gesteuerten Marktforschung deutlich überlegen.

6.    Erschließung von Innovationspotenzialen

Ein immenses Potenzial und erst ansatzweise erschlossenes Reservoir für die Steigerung des Geschäftswertes von Unternehmen ergibt sich darüber hinaus durch die Einbeziehung der konkreten Produktentwicklung. Es existieren mittlerweile vielfältige Möglichkeiten der Nutzung des Kreativ- und Innovationspotenzials von Kunden und Marktpartnern. So verwenden immer mehr Unternehmen die neuen Formen der Integration von Kunden und Marktpartnern in die Wertschöpfungsprozesse durch Crowdsourcing und Open Innovation. Diese Verlagerungen der Wertschöpfungsaktivitäten werden vor allem durch die fortschreitende Weiterentwicklung von sozialer Software im Web und durch die zunehmende Anzahl von Software as a Service (SaaS)-Lösungen ermöglicht. Diese Applikationen erlauben eine kostengünstige Vernetzung von Kunden und Marktpartnern sowie ihre Integration in unternehmerische Aktivitäten. Auf diese Weise wird die Community zum Produktentwickler und somit zum Unternehmen.

Social Media als strategisches Investment

Eine Monetarisierung des Social Media Engagements setzt einen Lernprozess in den Unternehmen voraus. Die Besonderheiten des öffentlichen Dialoges, das Verfassen von Kommentaren und die Gestaltung der Moderation, der Umgang mit Trollen, das Bewältigen eines „Shitstorms“ oder die Hürden beim Aufbau einer sich selbst tragenden Community müssen in der praktischen Anwendung selbst erfahren werden. Es kommt es darauf an, die zugrunde liegenden Motivationsinstrumente zu entdecken und sukzessive zu professionalisieren. Den Mitarbeitern im Social Media Bereich muss zudem der Freiraum für Experimente gegeben werden.
Eine Monetarisierung durch einen Return on Social Media Investment braucht Zeit und Ausdauer. Denn der Geschäftserfolg stellt sich nicht über Nacht ein. Es handelt sich vielmehr um ein strategisches Investment, dessen Wirkung erst nach einigen Monaten und Jahren – abhängig von der Intensität des eigenen Engagements –  in vollem Ausmaß sichtbar wird. Die dann erfolgende Steigerung des Geschäftswertes baut jedoch nachhaltig wirksame Erfolgspotenziale auf.

Quelle: Frau Prof. Dr. Heike Simmet http://hsimmet.com/2012/08/06/erfolg-durch-monetarisierung-von-social-media/

NEU: Social Web Check – Social Media Analyse für Ihr Unternehmen

11 Jun

Sollten Sie sich über die Potenziale von Social Media Marketing für Ihr Unternehmen informieren wollen, ist unser Social Web Check genau das richtige für Sie. 

Mit unserem Social Web Check STANDARD analysieren wir, wie oft Ihre Unternehmens-Webseite im Social Web erwähnt wird – und das vollkommen gratis!


Oder ist unser Social Web Check PROFI für Sie interessant, in dem wir neben einer Konkurrenzanalyse untersuchen, 
wie über Ihr Unternehmen bzw. Ihre Produkte und Leistungen in den Sozialen Netzen gesprochen wird. So erfahren Sie, ob der Einsatz von Social Media für Ihre Kundenstruktur und Ihr Produktangebot sinnvoll ist und welche Möglichkeiten sich für Ihr Geschäftsmodell bieten. Gerne gehen wir dabei auf weiterführende Fragen ein.

Unsere  Social Web Checks können Sie über folgenden Link anfordern:  http://goo.gl/VpD0P

Facebook: Netzwerk bringt Mittelständlern Milliarden

26 Jan

Sheryl Sandberg auf der DLD: „Bei Facebook gehts um viel mehr als Bilder teilen“. Social Business hat sich für europäische Mittelständler zu einer beachtlichen Umsatzquelle entwickelt, zeigt eine neue Studie des Beratungshauses Deloitte. Demnach steuerte allein Facebook letztes einen Mehrwert von 15,3 Milliarden Euro zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei. In Deutschland betrug der zusätzliche Umsatz durch das weltweit größte soziale Netzwerk laut Deloitte rund 2,6 Milliarden Euro. Am meisten profitieren konnten dabei die kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Wie Facebooks Chief Operating Officer auf der diesjährigen DLD-Konferenz in München bekannt gab, sind durch Social Commerce in Deutschland 36.000 neue Jobs entstanden, in ganz Europa sollen es insgesamt 230.000 gewesen sein. „Soziale Netzwerke bieten besondere Möglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen – das Rückgrat der europäischen Wirtschaft“, sagte Sandberg. Die Studie zeige, dass Facebook weit mehr sei „als Bilder zu teilen und mit Freunden in Kontakt zu sein“.

Beispiel aus München

Die Ergebnisse der Deloitte-Studie decken sich mit denen einer Studie des Industrieverbands Bitkom. Demnach gaben 38 Prozent der in Social Media aktiven Unternehmen an, dass sie ein klares Wirtschaftswachstum aufgrund ihrer Facebook-Präsenz verzeichnen konnten, zwei vor drei Unternehmen konnten ihren Bekanntheitsgrad durch Facebook merklich steigern. Als Beispiel der Wirksamkeit von Facebook auf den Mittelstand wies Sandberg auf das Münchner Trachtenhaus Angermaier hin. Durch seine Facebook-Präsenz konnten acht neue Mitarbeiter eingestellt werden, der Umsatz erhöhte sich letztes Jahr um fast 20 Prozent.

übernommen von:
Quellenangabe: Chip Online

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IBM Social-Media-Studie: 2012 führt kein Weg mehr an Social Media vorbei

31 Okt

Social Media wird zunehmend in Unternehmensprozesse und Kundenbeziehungsmanagement integriert. So lautet das Ergebnis der Studie „CMO Study – von Herausforderungen zu Chancen“ von IBM.

In allen Unternehmen der 1.700 befragten Chief Marketing Officer gewinnt Social- Media-Marketing demnach weiter an Bedeutung. Dabei geht es darum, die Kunden zu verstehen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Kunden werden dadurch zum „Integrated Customer“, der über die Entwicklung von Produkten, Leistungen und Services mitbestimmt. Durch die Anpassung von Werbemitteln, Videos und mobilen Kampagnen sowie durch die Reaktion auf Nutzerfeedback steigt der aus Social Media generierte Umsatz einer Gartner-Prognose zufolge in diesem Jahr um 41,4 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Die immense Bedeutung der neuen Kanäle überfordert so manchen CMO noch. Sie fühlen sich der Komplexität der Prozesse und der gewaltigen Datenmengen nicht gewachsen. Als weitere Herausforderungen werden außerdem Änderungen im Verbraucherverhalten, abnehmende Markentreue und finanzielle Einschränkungen genannt.

Keinen Unterschied hinsichtlich der Wahrnehmung wichtiger Aspekte ergibt die Studie beim Vergleich von B2B- und B2C-Unternehmen. Beide Gruppen sind sich einig, dass es bei Social Media darum geht, den Kunden Nutzen zu bieten, Beziehungen aufzubauen, Werte zu schaffen und schließlich die Ergebnisse zu messen. Die Umsetzung dessen fällt ihnen jedoch schwer: die Inhaltsfindung und die Ermittlung der Kundenwünsche bereitet Probleme. Neue Systeme und Mechaniken wie Social CRM oder ERP-Systeme sollen helfen. Dabei legen Unternehmen derzeit noch völlig falsche Schwerpunkte bei der Informationsgewinnung, die als Basis für strategische Entscheidungen dient. Noch wird auf klassische Marktforschung (82 Prozent), Wettbewerbsvergleiche (80 Prozent) und finanzielle Kennzahlen (69 Prozent) zurückgegriffen anstatt auf Verbraucherbewertungen (48 Prozent), Blogs (26 Prozent) oder andere Online-Kommunikation (40 Prozent) zurückzugreifen. Lediglich Kundenanalysen erstellen immerhin bereits 74 Prozent der Befragten. Insgesamt sind sich die Befragten jedoch einig, dass ab 2012 kein Weg mehr an Social Media vorbeiführt.

Quelle: acquisa Redaktion