Social Media: Medienmacht der Verbraucher steigt. Klein- und Mittelständler verpassen Chancen auf Facebook und Co

9 Sep

Konsumenten nutzen vermehrt und beständig soziale Netzwerke. Hierbei nehmen sie auch immer öfter Einfluss auf Unternehmen. „Die User gewinnen an Medienmacht und nutzen diese, um Meinungen zu Produkten, Marken und Dienstleistungen zu streuen“, erklärt Mike Friedrichsen, Experte für Media Business und Media Innovation an der Hochschule der Medien in Stuttgart http://www.hdm-stuttgart.de , gegenüber pressetext. „Das Problem dabei ist, dass diese Art des Marketings von Unternehmen weder geplant noch direkt gesteuert werden kann.“

Internet auf der Überholspur

Da sie kaum beeinflussbar ist, kann die digitale Mundpropaganda dem Produkt sogar schaden, wie der Wissenschaftler klarstellt. Dies sei aber nur dann wirklich möglich, wenn es von dem entsprechenden Unternehmen keine klare und transparente Stellungnahme gibt. Drei Viertel der Deutschen nutzen regelmäßig das Internet. Vor allem die zunehmende Einbettung in den Alltag der Menschen zeigt, dass dieses Medium auf der Überholspur ist.

Im Jahr 2000 war der Deutsche im Schnitt 17 Minuten online. Nur zehn Jahre später waren es schon 77 Minuten, wie die ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 ermittelt hat (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110818009 ). 2011 hingegen werden soziale Netzwerke regelmäßig von 42 Prozent der Menschen im Internet genutzt. Allein Facebook hat im Januar dieses Jahres über 600 Mio. aktive Mitglieder weltweit. Mit rund 446 Mio. Suchergebnissen bei Google ist „Social Media“ in deutschen Wohn- und Arbeitsräumen angekommen.

 Social Web im Geschäftsleben

„Durch Erstellung eines kostenlosen Facebook-Accounts erhoffen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine Umsatzsteigerung, eine Möglichkeit zur Neukundengewinnung sowie die Pflege von Kundenbeziehungen im Vertrieb“, so Friedrichsen. In der Unternehmenskommunikation wird die Chance, die soziale Netzwerke bieten, jedoch noch zu selten genutzt. „Aus Unternehmensperspektive spielt ein soziales Netzwerk wie Facebook in Deutschland noch keine große Rolle und hat noch nicht den Stellenwert, den es in Amerika bereits genießt. Zwar gibt es auch Firmen, die Facebook aktiv und erfolgreich in ihr Marketingkonzept einbinden, insgesamt verhalten sich deutsche Unternehmen jedoch eher zurückhaltend.“

Es fällt vor allem auf, dass die bereits erwähnten KMUs die sozialen Netzwerke weniger nutzen als große Unternehmen. In den 30 höchstkapitalisierten Aktiengesellschaften Deutschlands werden soziale Netzwerke von über 80 Prozent der Unternehmen aktiv für die Informationsverbreitung und Imagepflege verwendet. Zeit- und Personalmangel, aber auch die fehlende Bereitschaft von Konzernen sich in die Karten schauen zu lassen, verhindern allerdings den Dialog mit der Öffentlichkeit in sozialen Netzwerken.

Das Fazit von Friedrichsen: „Das Engagement im Social Web bietet neue, weit reichende Möglichkeiten, wenn es den Unternehmen gelingt, die Internetnutzer als Ideengeber, Meinungsmacher, Multiplikatoren und Markenbotschafter zu gewinnen. Für die Unternehmen gilt daher jetzt zu handeln, um aus diesen neuen Möglichkeiten maximalen Nutzen zu ziehen.“

(Quelle: pte008/09.09.2011/10:00)
http://www.pressetext.com

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